Sammlungskonzept
Das Historische Museum Saar hat 1986 ohne eigene Sammlung seine Arbeit aufgenommen. Inzwischen verfügt es über einen eindrucksvollen Bestand von rund 30.000 Objekten, die in den letzten Jahrzehnten vor allem über Schenkungen erworben wurden.
Das Sammlungskonzept zeigt Lücken in der bestehenden Sammlung auf und definiert, was zukünftig gesucht werden soll. Außerdem definiert es die Kriterien, unter denen ein Objekt aufgenommen wird.
So nimmt das Museum grundsätzlich keine Dauerleihgaben in die Sammlung auf, um die Verfügbarkeit des Objekts für die Dauerausstellung gewährleisten zu können und mögliche langfristig entstehende Restaurierungskosten für einen Gegenstand, der dem Museum nicht dauerhaft gehört, zu vermeiden.
Gesammelt werden vor allem dreidimensionale Objekte. Es sollten Objekte sein, die den Erstzustand oder einen gewachsenen Gebrauchszustand möglichst präsentabel „überlebt“ haben. Es sei denn, das Objekt ist aufgrund verschiedener oben genannter Kriterien besonders erhaltenswert.
Die Objekte müssen entweder im Saarland hergestellt oder von besonderer Bedeutung für die Geschichte des Saarlandes oder der Grenzregion sein. Sie müssen hier Verwendung gefunden oder auf die Entwicklung der Region eingewirkt haben. Spannend sind vor allem Objekte, die für sich selbst oder im Zusammenhang mit anderen Objekten eine Geschichte erzählen.
Sammlungsbereiche / Sammlungskategorien
- Politische Ereignisse / Öffentlichkeit u. Gemeinwesen
Originale jeglicher Art, die die politische Geschichte des Saarlandes und herausragende Zeitereignisse bezeugen. Sachzeugnisse aus der Verwaltung, Politik, Justiz, des Militärs, zu politischen Organisationen und Personen, Polizei, Schulen, Fürsorge und Wohlfahrt. - Arbeit und Beruf
Die Entwicklung und Geschichte saarländischer Unternehmen und Industriezweige mit ihren Tätigkeiten, Produktionen und Produkten, die durch die politischen Sonderwege teils spezifische Ausprägungen erfuhren, stellt einen breit gefächerten Sammlungsbereich dar. Gesammelt werden Geräte, Werkzeuge, Werkstatteinrichtungen, Sachzeugnisse der Organisationen und Betriebe, Produktpaletten und Objekte für Handel und Gewerbe. - Alltag und Lebensführung
Bedeutende Objekte häuslicher und privater Lebensumstände, die in der Lage sind die Veränderungen der Zeiten und Lebenswelten zu beschreiben und zu veranschaulichen. Es handelt sich hierbei um Sachzeugnisse des Alltags, des Lebens- und Jahreslaufes wie Haushalt, Kleingeräte, Einrichtungen, Brauchtum, Glaubens- und Religionsausübung, Gedenkobjekte, Objekte aus dem Bereich Freizeit und Unterhaltung (z. B. Urlaub, Sport, Musik, Verein, Feiern), Spielzeug, Gesundheit (z.B. Medizin, Körperpflege, Kosmetika) Bekleidung und Gebrauchstextilien, Transport und Verkehr.
Weitere Objektgruppen
- Fotografie
Innerhalb dieser Objektgruppe wird ebenfalls entsprechend der genannten Themen und Zeiträume gesammelt. Dazu gehören Fotografien von Privatpersonen, Nachlässe von Fotografen, Fotoalben und Einzelfotografien. - Schriftgut
Zum Schriftgut gehören Dokumente wie Pässe und Zeugnisse, die das Leben eines Menschen nachvollziehbar machen. Auch Zeitungen und Zeitschriften werden gesammelt, jedoch nicht mit Anspruch auf Vollständigkeit der Jahrgänge, sondern insbesondere ereignisorientiert. Des Weiteren kommt museales Bibliotheksgut hinzu, wie Bücher mit Widmungen, besonders gestalteten Einbänden, Bildbände zur Zeitgeschichte, Comics und Warenkatalog - Künstlerische Erzeugnisse
- Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken mit Motiven zu Sammlungskonzept: Sammlungsbereiche, Objektkategorien, Seite 7 sammlungsrelevanten Themen von zeitgenössischen (und ortsansässigen) Künstler*innen, die sammlungsrelevante Themen abbildeten. Die Abgrenzung zu anderen Museen (insbesondere Kunstmuseen) erfolgt nach individueller Prüfung.
- Druckerzeugnisse von Parteien, Verbänden, Vereinen und Unternehmen, zu besonderen Veranstaltungen / Ereignissen, Alltagsdesign wie Plakate, Werbemittel und Verpackungen, Nachlässe von Grafikern und Grafikerinnen.